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Kritiken


 
   


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«isch's erlaubt?»

Ein Wartesaal voller Geschichten

Aus Erinnerungen und Gesprächen ist das Theaterstück „Isch‘s erlaubt?“ gewachsen, das die Senioren-Theatergruppe „P.S.“ nun in Uster zeigt.
von Gret Grossmann


„Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich den Text vergessen habe.“ „Das ist das Lampenfieber.“ „Ich bin etwas gereizt, musste meinen Mann bitten, Geduld zu haben, bis das ganze Theater vorbei ist.“ Die sieben Frauen und zwei Männer, die im Jugendhaus Uster angeregt plaudern, haben soeben ihr Theaterstück, an dem sie seit Monaten arbeiten, durchgespielt. Die Premiere, an der die meisten von ihnen erstmals vor Publikum auftreten, rückt näher. Die 26jährige Regisseurin Karin Wirth ist zufrieden. Zwei, drei Verbesserungsvorschläge noch, die Requisiten müssen nächstes Mal am richtigen Ort sein, damit Heiri nicht wieder über die Bühne hasten muss um das Milchkesseli zu holen.
Live Theater im Wartesaal
Die grösste Arbeit liegt hinter Karin Wirth. Von der Pro Senectute hat sie den Auftrag erhalten, aus den erlebten Geschichten von Senioren und Seniorinnen ein Theaterstück zur Aufführung zu bringen.
Vor einem Jahr haben sich die Senioren auf einen Aufruf der Pro Senectute gemeldet. Die junge Regisseurin, die noch an der Schauspiel Akademie Zürich Theaterpädagogik studiert, hat rasch den Draht zu den 34 bis 51 Jahren Älteren aus Uster und Umgebung gefunden.
„Zu Beginn habe ich mir Geschichten angehört aus ihrem Leben, wie es früher zuging, wie sie den Krieg erlebt haben. 80 Geschichten habe ich danach abgetippt“, berichtet die Regisseurin, die aus all dem Gehörten ein Stück geschaffen hat.
Bald kam ihr die Idee, das Stück in einem Wartesaal spielen zu lassen. So konnte sie die verschiedensten Menschen zusammenbringen.
Sie plaudern miteinander, tauschen Erinnerungen aus, spielen Episoden aus der Kindheit. Im Frühling dann mussten sie Zettel ziehen, auf denen ihre Charakterzüge aufgeschrieben waren. „Ja, und dann sind wir nach Zürich gefahren, haben diese Charaktere live im HB-Wartesaal gespielt,“ schaltet sich eine Schauspielerin ein. Und plötzlich beginnen alle zu erzählen von dieser Stunde im Wartesaal.
Margritt habe lauthals von ihrem ungetreuen Ehemann berichtet, und eine Amerikanerin habe sie zu trösten versucht. Auch Julia habe sich eingemischt, die zweimal geschieden ist. „Aber auch nur im Theater“, betont sie, „denn so etwas widerspricht mir ganz.“
Mühe hatten im Wartesaal vor allem die unbeteiligten, die da mit Leuten konfrontiert waren, die so ganz unschweizerisch frisch von der Leber weg von ihren Freudchen und Sorgen berichteten. Nach einer Stunde winkte Karin Wirth, die bis dahin als Tramperin mit grossem Rucksack in einer Ecke gesessen hatte, das immer phantasievoller werdende Treiben ihrer Schützlinge ab.
Später, bei den Proben im Jugendhaus Uster wurden die Charaktere noch ausgefeilt, die Figuren erhielten einen ganzen Lebenslauf, mit dem sich die Seniorinnen und Senioren im Laufe der Monate derart identifiziert haben, dass es einem schwerfällt zu glauben, dass die „verlassene“ Frau im wirklichen Leben glücklich verheiratet ist und der einsame, etwas melancholische Röbi ein lebenslustiger Senior ist.

Tagesanzeiger TA, 12. September 97

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«Kleines Hotel Brockenhaus»

Unhappy Happy-End

Die Schicksalsgemeinschaft findet den Weg schliesslich wieder in ihre Traumwelt, man begibt sich auf Schatzsuche und begegnet sich gar in der Hölle wieder. Und am anderen Morgen gelingt es sogar, unbemerkt aus dem Brockenhaus zu entwischen. Dennoch kann von einem Happy-End nicht die Rede sein. Selbst in der Hölle wird den Neuankömmling klar gemacht, dass er seinen Körper auch hier nicht werde verlassen können.
Immer wieder werden die Visionen und wunderlichen Welten demontiert. Karin Wirth lässt sie in ihrem Stück immer nur vorübergehend intakt bleiben, zeigt unaufhörlich deren Ursprung: Die Grösse der kleinwüchsigen Gäste des Brockenhauses. Eine Körpergrösse, die bei anderen Menschen Vorurteile und Berührungsängste hervorruft, was bei den Betroffenen wiederum das Gefühl der Abnormität aufkommen lässt.
Der einzige Weg aus diesem Gefühl scheint nicht nur für Kleinwüchsige, sondern wohl auch für andere Menschen zu Visionen von einem anderen, besseren Leben zu führen. Diese Träume zerplatzen aber allzuoft an den Ecken und Kanten der Realität. Das Stück hebt in keiner Passage warnend den Zeigefinger, ist nie belehrend, und dennoch wird klar: Mehr Toleranz, Verständnis und Interesse für die etwas anderen Menschen in unserer Umgebung würde diesen sich wiederholenden Gang in eine Sackgasse verhindern. (rw)

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«Die Zauberschule»

Magier, Zwerge und Feen

„Die Zauberschule“ in Gelterkinden
Nur wer an sich selbst glaubt und mit den anderen zusammenarbeitet, kann zaubern lernen: so die Botschaft des musikalischen Märchens „Die Zauberschule“ der Theatergruppe „Larimar“ in Gelterkinden.
Gelterkinden. ms. Vom Glauben an sich selbst, von Hass und Freundschaft erzählt das musikalische Märchen „Die Zauberschule“ der Theatergruppe „Larimar“. Nicht nur Kinder, sondern auch ein paar Erwachsene wohnten dem Gastspiel im Kulturraum „Marabu“ in Gelterkinden bei und wurden von der Erzählerin Karin Wirth und dem Pianisten Jürg Siegrist auf eine Reise in alte Zeiten mitgenommen...
Nur spärlich mit Requisiten ausgestattet und gänzlich ohne Bühnenbild setzten die beiden Schauspieler völlig auf die verschiedenen Formen des Erzählens...
Zu dem ausgefeilten Konzept gehört auch die dominante Rolle der Klaviermusik: Jürg Siegrist brachte die unasgesprochenen Gedanken zum Ausdruck, erzeugte zauberhafte oder gruselige Stimmungen oder unterlegte eine Szene mit einem Klangteppich. Auch die von Karin Wirth gespielten Zaubersprüche erhielten durch die Musik eine zusätzliche „magische“ Kraft.

Basellandschaftliche Zeitung BZ, 20. Oktober 98 (Auszüge)

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«Eine musikalische Reise...»

Wie kurzweilig ist die Reise nach Thun mit Karin Wirth und Claudia Spieser! Charmant und lustig animieren sie die mitreisenden im munter fahrenden Zug zum Singen und Lachen. Wenn das Reisen die Menschen immer so in gute Laune versetzen und einander näher bringen könnte!

R. und M. Eichenberger, Ormalingen

Diese gemeinsame Reise löste bei den Zuhörern Freude und Begeisterung aus. Die Gruppe Obestärn bringt mit ihrem Programm viel Wärme in ein Heim und lässt bei den alten Menschen viele Erinnerungen aus dem leben wach werden. es wirkt gesund machend auf die Menschen in einem Alters- und Pflegeheim. Wir danken der Gruppe Obestärn herzlich und freuen uns bereits auf die nächste Aufführung.

Willy Bracher, Heimleiter des APH "Stäglen"

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«3x13 Wär wagt, gwünnt!»

Der Alltag der Älteren von der unterhaltsamen Seite

„Wär wagt, gwünnt“: Seniorenbühne 55Plus aus Effretikon hatte Premiere
Das Premierenpublikum von „Wär wagt, gwünnt“ am Freitagabend im Effretiker Altersheim Bruggwiesen war begeistert. In hervorragend gespielter Natürlichkeit zeigt die Seniorenbühne 55plus in Realsatire wahre Begebenheiten, gewürzt mit Begegnungen in der Gegenwart und Rückblenden auf Erfahrungen und Erlebnisse der Kindheit. Das Bühnenstück voller Komik und Beschaulichkeit handelt von den Problemen älterer Menschen auf Wohnungssuche.

Der unter Regie der Theaterpädagogin Karin Wirth erarbeitete Dreiakter lebt von erheiternder Situationskomik; die 13 Laiendarsteller zeigen starke Leistungen. Obwohl alle Seniorinnen und Senioren im Alter zwischen 55 und 84 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne stehen, wirken sie völlig locker...

Särge gefährden guten Ruf

Zehn Frauen und drei Männer befinden sich - zuerst in lllnau, dann in Effretikon - auf Wohnungssuche, treffen immer wieder aufeinander und reden sich ihren Frust von der Seele, weil die Besitzer der Mietobjekte älteren Semestern gegenüber abgeneigt sind. «Die sagen, es schade dem guten Ruf, wenn Särge aus dem Haus getragen werden», berichtet die quirlige und gerne mal etwas vorlaute Ida Schönenberger (Nelly Bangerter). Auch die andern verwitweten oder noch verheirateten Seniorinnen lamentieren, weil sie keine Bleibe finden. Als Haustiere sind höchstens stumme Fische - nie und nimmer aber miauende Katzen, Chinchillas oder gar bellende Hunde - erlaubt; ein wahres Debakel. «Öis wott niemert, mer sind nüme pflägeliecht gnueg», jammert die charmante Paula Keller (Hedy Knaus). Zusammen mit Tierarzt Max Brunner (Werner Gugolz) entdeckt sie gemeinsame Interessen, die helfen könnten, Leere und Trostlosigkeit aus dem Alltag zu verbannen.

Kollektiver Waffenstillstand

Wo immer auf der Wohnungssuche die so verschiedenartigen Charaktere zufällig sich treffen, es wird fröhlich geredet oder in Wehmut gejammert; zufrieden darüber, endlich ein offenes Ohr zu finden. Das Mitteilungsbedürfnis ist enorm; denn die Problematik aller ist die Einsamkeit und zu viel Ruhe, seit Partnerinnen oder Partner verstorben oder die Berufskarrieren beendet sind. Angst vor Ungeziefer, staubigen Vorhängen und schmutzigen Sofas haben anlässlich der Besichtigungstermine in den Mietobjekten die Schwägerinnen Frieda Vondermühl-Brombach (Martha Borkowsky) und Isolde Hagenbaum-Vondermühl (Elsbeth Hulftegger).

Es spielt die Gruppendynamik

Auf der Suche nach einer Wohnung mit genügend Raum für ein «Katastrophengebiet» ist die unentwegt an verbalen Konfliktsituationen interessierte Therese Imhof (Elisabeth Stucki). Aus purer Lust fast ständig die Gesprächspartner reizend, findet sie in Wilhelm Brombach (Walter Weidmann) einen schlagfertigen Gegenspieler, und alle Beteiligten beschliessen einen kollektiven Waffenstillstand. Nicht mehr ausschliesslich die eigenen Bedürfnisse stehen jetzt im Vordergrund; entschieden und gehandelt werden soll künftig in gegenseitiger Rücksicht und Anteilnahme. Ziel der Gruppendynamik ist es, der «Zwangsgemeinschaft Altersheim» zu entfliehen und nicht in allgemeiner Beurteilung von Aussenstehenden dem alten Eisen. zugerechnet zu werden.

Nachdenklich aber nie traurig

Das unterhaltsame und gleichzeitig nachdenklich - aber nie traurig - stimmende Theaterstück beeindruckt durch die in Selbstanalyse erarbeiteten Lebenssituationen und besticht durch geistig-jugendliche Frische. Aus Sicht des Publikums scheint man da kein einstudiertes Theater serviert zu bekommen, sondern erlebt ab Bühne die effektive Realität. Die Leistung des Laienensembles lebt von spontaner Dynamik und darf als hervorragend bezeichnet werden. Besonders erheiternd sind die Episoden, in denen in Rückblenden Kindheitserinnerungen erzählt werden. In entsprechender Stimmlage und mit hervorragender Körpersprache wird dem Publikum über die damals übliche Methodik der Sexualaufklärung berichtet: War zum Beispiel eine Frau schwanger, hatte sie „zu viel Most getrunken“ und darum einen dicken Bauch.
[…]
Wieder zurück in der Gegenwart, sorgt ein peinlicher Auftritt in einem Supermarkt für Heiterkeit. Weil Irma Graf (Heidi Schmutz) die Brille nicht dabei hat, bedient sie sich an der Kasse mit einer Schachtel Pariser (statt Kaugummi) und erkundigt sich nach Erdbeergeschmack.
Dass das Theaterspielen den 13 Seniorinnen und Senioren viel Spass bereitet, spürten die Zuschauer im Saal des Altersheims Bruggwiesen […]

Zürcher Oberländer / Anzeiger von Uster, Susanne Reichling, 22. Mai 2000

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«Schlag um Schlager»

Mit vollem Genuss die Vergangenheit besingen

Zwei junge Schauspielerinnenweckten letzten Mittwoch, am ökumenischen Seniorennachmittag in Effretikon, auf spritzig-fröhliche Art Erinnerungen an Schlager der 20er bis 60er jahre. Ganz passend zum Motto des Nachmittags: "Genussvoll an die Vergangenheit denken"

...Anmutig zauberten die beiden Schauspielerinnen Karin Wirth und Claudia Speiser den Charme besagter Jahrzehnte in den Saal. Sie mimten Maria (Karin Wirth) und Anna (Claudia Speiser), zwei junge, unheimlich verliebte Frauen, die sich voller Freude auf ein Fest vorbereiten, an dem ihre "Auserwählten" - die zwar noch nichts von ihrem Glück wussten - teilnehmen sollten. Die beiden Frauen wollten sich verkleiden, damit "die Männer schmelzen wie Raclettekäse" und suchten zu diesem Zweck in riesigen, uralten Koffern wühlend, nach Kleidern ihrer Grossmutter. Die beiden Frauen fanden während des Kramens immer wieder neue Utensilien, die sie an altbekannte Ohrwürmer wie "Pack die badehose ein", "Ich hab das Fräul'n Helen baden sehn", den "Schneewalzer" oder "Rote Lippen soll man küssen" erinnerten und sie gleich zum Besten gaben.

Anna begleitete die Stücke feinfühlig auf dem Akkordeon, während Maria sang. Und wie! Karin Wirths weiche Stimme passte perfekt zu den verträumtromantischen Schlagern. Aber auch die humorvollen Lieder wusste sie passend zu interpretieren und unterstrich die Texte schauspielerisch perfekt mit lebhafter Gestik und Mimik.....

...Das Publikum wurde mittels Liedheft aufgefordert mitzusingen, was erst nur zaghaft geschah. Die jungen Damen verstanden es jedoch, in ihrer frischen Art zur Singfreude anzustecken....

...Bemerkenswert, vor allem auch für Claudia Speiser. Ihr sicheres Auftreten im blinden Verständnis mit ihrer Bühnenkollegin und das versierte Akkordeonspiel verrieten in keiner Weise, dass sie eigentlich Theologie studiert....

DER LANDBOTE 20 Januar 2001 (Auszüge)

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«xy.komm»

Zur Aufführung der Schultheatergruppe in Reigoldswil

svd. Man stelle sich das Dunkel der Bühne vor, Sekunden vor dem Beginn der Vorstellung. Schein werfer strahlen auf. Mit diesen einleitenden Worten verführte Karin Wirth, Leiterin der Theatergruppe der Sekundar- und Realschule Reigoldswil, das Publikum gleich zu Beginn zum Mitspielen, denn die Aula der Sekundarscule war ein Notbehelf nach dem Brand im Turnhallentrakt. Zahlreich sind viele Kinder, Eltern, aber auch Schulfreundinnen und -freunde der Spielenden in der Aula erschienen und starrten munter und gespannt zwei schräggestellte riesige schwarze Bühnenwände an. Rechts war ein Computer aufgebaut, hinter dem abwechselnd die Spielenden das geschehen auf der Bühne bestimmten. Sie arbeiteten an einem Vortrag und benutzten das Internet, um verschiedene Bilder hervorzurufen.
Eine Beerdigung mit weinenden Menschen wechselt in eine Kriegszene und die wiederum verändert sich zu einem Fussballmatch. Die Bilder gefrieren und die Wechsel erfolgen zuerst langsam und dann rasch. Das erfordert Konzentration und eine aufwändige Gestik. Unter www.Darvin.ch immitieren die jugendlichen zuerst Affen, dann Pinguine, Tiger und Hunde. Der ganze Zoo bewegt sich rasch und sicher durcheinander. Sprachlich interessant und von der Umsetzung sehr gut gelungen, ist die Szene über Werbung, in welcher einzelne Figuren Fragmente aus ganz verschiedenen Anzeigen scheinbar zusammenhangslos aussprechen und bildlich ineinander montieren, indem sie physisch aufeinander zugehen. So entstehen neue lustige Sprachbilder, ausgedrückt durch die individuelle Gestik der einzelnen Fragmentträgerinnen. Verwirrend wird es, wenn sie im Internet auf ihren Theatertext und ihre eingenen Rollen stossen. Aufgelockert wird die ganze Computergeschichte durch Musik und Tanzeinlagen, sei es bei der Wahl beliebter Stars, die alle über die Szene swingen, oder beim Nonnenchor, der betend anfängt, danach die Kutten wegwirft und zum Sanctus Dominus eine fast weihnächtliche Stimmung mit volkstanzähnlichen Figuren herbeizaubert. Grosses Gelächter lösste die Herzblattszene beim Publikum aus, in welcher eine Frau wie in einer Talkshow auf zweideutige Fragen eindeutige Antworten erhielt, vor denen sie dann die Flucht ergriff, als es ernst wurde.
Am schluss verschwindet die Klasse vollständig im Internet und sitze auf einer Ferieninsel fest, doch wird es ihnen bald einmal unheimlich und dank Hansy und Theaterleiterin kehren sie doch noch rechtzeitig zum Theaterkurs in die reelle Welt zurück, wo sie dan volle Begeisterung wild herumtanzen und sich zum Schlussbild stellen.
Der Ideenreiche Umgang mit der virtuellen Welt und das einfache Spiel mit Körper, Gestik und Stimme führt zu einzelnen Bildern von grossartiger Ausdruckskraft, z.B. ein aus sich heraustanzendes Mädchen, ein Junge, der seinen Lieblingsstar mimt, eine Statue im Museum, die sich kantig zum sie abzeichnenden Schüler hinbewegt. Immer wieder wird hinter den Figuren die Arbeit der einzelnen Theaterstunden sichtbar, einfach, aber vom Schüler entwickelt und originell. Es ist nicht einfach bei der heutigen Bilderflut noch eigenständige Bilder zu finden. Der lange Schlussapplaus war verdient und den Spielenden hat es offensichtlich Spass gemacht. Eben Theater, das Schule macht.

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Erste Schritte zum Schauspiel

«Theaterkurs in Wetzikon»

Oberländer Senioren-Forum veranstaltete Theaterkurs
mitg. Im Rahmen der Veranstaltungen des Senioren-Forums Zürcher Oberland fand an sechs Nachmittagen im September und Oktober wiederum ein spezieller Kurs statt; diesmal für Interessierte am Theaterspiel. 20 Augenpaare richteten sich am ersten Kurstag gespannt auf die jugendliche Kursleiterin Karin Wirth, eine Theaterpädagogin aus Ormalingen. Mit ihrer unkomplizierten Art legte sie gleich los, und schnell war das ohnehin dünne Eis gebrochen.
Es folgte dann eine kurze informative Vorstellungsrunde, und schon begannen die ersten Übungen: Gedankenspiele, Zahlen fortlaufend in der Gruppe aufzählen, Erfassen des Raumes... In späteren Kursstunden wurden Phantasiegeschichten entwickelt, zuerst erzählend als Fortsetzungsroman, später improvisierend aus drei von Karin Wirth gegebenen Wörtern.
Nicht nur Lernen, sondern auch viel befreiendes Lachen
Man versuchte sich gegenseitig mit möglichst ausgefallenen Ideen zu überbieten, was natürlich zu viel Gelächter führte. Überhaupt war das befreiende Lachen ein Hauptmerkmal dieses Kurses, was von der Leiterin Immer wieder m konstruktive Bahnen gelenkt wurde.
Die negativen Einflüsse, wie die Enge und zeitweise Hitze des Raumes und der Baulärm von draussen, liessen sich mit Humor und Konzentration überspielen. Letztere war vor allem stark gefordert, sei es in bezug auf sich selber oder das Rollenspiel oder auf das Gegenüber. Schlagfertigkeit und Redegewandtheit wurden trainiert, Phantasie und Einfühlungsvermögen verlangt. Eigentlich wurde nicht nur das Theaterspielen in verschiedenen Rollen geübt; das Ganze zeigte sich als eine Art Lebensschulung, wobei alle Sinne zum Zuge kamen.
Anregungen für das eigene Verhalten
Mit fortschreitender Kursdauer stieg auch der Schwierigkeitsgrad. Es galt im Spannungsfeld des sogenannten Hoch- und Tiefstatus sich in einer bestimmten Rolle (zum Beispiel Mutter - Tochter) zu bewegen, zu reden und zu handeln. Gegen das Kursende hin wurde noch die Kunst der Improvisation geübt. Dabei schien die pantomimische Art etwas mehr Mühe zu machen. Mit Hilfe der Sprache fiel das Improvisieren den meisten leichter.
Auch wenn nun nach Kursabschluss nicht gleich alle in die Hobbyschauspielerei einsteigen werden, so gaben diese Theaternachmittage doch auch vielerlei Anregungen für kleine oder grössere Rollenspiele innerhalb des eigenen Umfeldes, ganz abgesehen vom Einblick in eine besondere Art der Verhaltens- und Kommunikationsschulung. Anzeiger von Uster, Heidi Schmutz, 12. Oktober 1998
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«Die Hexe & ihr Henker»

Hochlichter der […] Spielzeit

Die Hexe steht auf dem Scheiterhaufen. Der Henker will den Scheiterhaufen anzünden. Da bemerken beide, dass sie sich aus
der gemeinsamen Kinderzeit kennen...
Inszenierung und Spiel faszinieren durch virtu-o-sen, nachgerade magischen Umgang mit Objekten und Figuren; die statischen Lichtinseln, durch die sich die Akteure (fast zyklisch) bewegen, entfalten mal eine wohlige, dann wieder beklemmende bis beängstigende Atmosphäre. Ein unvergessliches Theatererlebnis.
(Michi Kloss, Klappmaul Theater, Frankfurt)

Holzscheite und Jutesäcke

MARIONETTENTHEATER/ Im Zehntenkeller gastierte das im Jahre 2000 gegründete „Theater XL“.
VON BEA BERCZELLY
BASEL „Die Hexe und ihr Henker“ ist ein packendes Stück über die letzten Minuten vor der Hinrichtung der Hexe Johanna Freivogel. Hanna steht auf dem Scheiterhaufen, als der Henker Mathis die Anklage vorliest. Das Übliche, das im Mittelalter selbständigen, starken Frauen, die aus der Reihe tanzten, vorgeworfen wurde: mit dem Teufel gebuhlt; den Müller verhext; mit dem bösen Blick das Vieh krank gemacht und so weiter.
Plötzlich erkennt Mathis in der Angeklagten seine Jugendfreundin wieder. Sie hatten sich vor 15 Jahren jeweils draussen vor dem Dorf getroffen - zwei Aussenseiter der Gesellschaft: Mathis, der Sohn des Henkers, und Hanna, die immer gerne gesungen und gelacht hat. Als Hannas Mutter starb, wurde sie von heute auf morgen als Magd zum Müller gegeben, ohne sich von ihrem Freund verabschieden zu können.
In Rückblenden wird die Geschichte ihrer Freundschaft aufgerollt. Hierzu steigt Hanna vom Scheiterhaufen, und gemeinsammit Mathis spielen sie Lebensszenen nach: Strohpüppchen sind Hanna und Mathis. Sie laut lachend: „Wer mit dem Sohn des Henkers spielt, kommt in die Hölle.“ Und Mathis sagt mal: „Wenn du nicht auf mich wartest, wartet niemand auf mich.“
Jutesäcke werden zu alten Frauen, die sich in der Kirche während ihres heruntergeleierten „Gegrüsset seist du, Maria“ nach Hanna umschauen: „Hast du gesehen“, zischt die eine der anderen zu, „die Hexe hat schon wieder gelächelt!“ Ein Jutesack, aus dem ein kleiner Holzscheit oben rausguckt, wird zum beichtenden Müller, ein grösserer zum Pfarrer, der sich an den sexuellen Phantasien des Müllers aufgeilt.
Das Regiekonzept von Manfred Roth ist konsequent, und so kommt das Stück – obwohl viele Sequenzen köstlich-sarkastischen Humor aufweisen - dicht beim Publikum an. Das System, wie Menschen andere Menschen ausschliessen und unter dem Deckmantel der herrschenden Moral quälen und legal umbringen, wird klar. Dass trotz der Dramatik nie Gefühlsdusselei entsteht, liegt an der abstrakten Umsetzung und an Hanna, die bis zuletzt Haltung und Würde bewahrt. Als Mathis sie anfleht zu bereuen, schaut sie ihn ruhig an: „Was, Mathis, soll ich bereuen? Was?“
In einem eisernen Topf wird die kleine Hanna-Strohpuppe angezündet. Mathis schaut einige Sekunden zu, dann wirft er sein Püppchen auf die brennende Hanna.
So gross kann „Kleinkunst“ sein.

Basellandschaftliche Zeitung 14.10.02

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